Der Autor

Mark Lanvall

Mark Lanvall

*10.08.1969

     

Ursprünglich komme ich aus Bayern.
Aber ich wohne schon seit Beginn des Jahrtausends mit Frau und Tochter in Rheinhessen.
Mein Geld verdiene ich als Fernsehjournalist. Die unglaublichen Geschichten, die ich dabei erlebe, wären allein schon ein toller Stoff für fabelhafte Romane. Da ich aber niemandem auf den Schlips treten möchte, beschäftige ich mich stattdessen lieber  mit frei erfundenen Alben und Gorgoils. In dieser Hinsicht in Fantasy also ein ein recht ungefährliches Genre.
 
Interviews, Artikel und Video-Ausschnitte gibt es hier:

Selbstgespräch:

     

Keine Ähnlichkeiten mit lebenden Personen also?! Mark, ist das wirklich der Grund, warum Du Fantasy-Romane schreibst?

      

Naja, vielleicht nicht der Hauptgrund. Ich hab mir schon als Kind gerne schräge Geschichten ausgedacht. In der Schule hatte ich mit Fantasieerzählungen die besten Aufsatznoten. So gesehen hat das Genre eher mich gefunden als umgekehrt. Das Tolle an Fantasy ist ja, dass man damit in Gebiete vorstoßen kann, die so weit weg vom Alltag sind, wie es nur irgendwie geht. Der Ich-klink-mich-dann-mal-aus-Effekt ist in keinem anderen Genre größer. Als Fantasy-Leser kann ich in wunderbare Welten fliehen, die nach irrwitzigen Regeln funktionieren. Mit Krimis geht das nicht ganz so gut.    

      

Oha. Das klingt so, als würde es in Deinen Werken von zaubernden Derwischen, verwunschenen Schlössern und wütenden Orks nur so wimmeln.

      

In den drei bisher erschienenen "Lichtsturm"-Romanen gibt es nichts davon.

     

Keine Drachen? Keine Zauberlehrlinge?

     

Nein. Es geht um die Alben, ein uraltes Volk, das eng verbunden ist mit der Kraft des Lichts und zu erstaunlichen Dingen fähig ist. Und dieses Volk steuert auf eine Katastrophe zu. Dabei ist es so verzweifelt, dass es einen Zauber wirkt, der erst nach Jahrhunderten Wirkung zeigt - leider aber nicht ganz die, die gewünscht war. Es geht eigentlich also um etwas sehr Menschliches, nämlich den Kampf ums Überleben. Und auch wenn die Alben mehr können als der Durchschnitts-Bürger, sind sie weder allmächtig noch unverwundbar und schon gar nicht unfehlbar.  
     
Alles passiert nach Regeln, die nicht einfach durch einen zaubernden Kobold, der zufällig um die Ecke kommt, gebeugt werden können. Ich habe versucht, meine Geschichte glaubwürdig zu erzählen. Ich glaube, das geht nur, wenn man nicht bei jeder Gelegenheit gleich aus der kompletten Palette an Gimmicks schöpft, die das Genre zu bieten hat. Weniger ist eben manchmal mehr. Ich habe aber prinzipiell nichts gegen Drachen und Zauberlehrlinge.        

     

"Lichtsturm - Die weiße Festung" spielt in zwei Epochen, die unterschiedlicher nicht sein könnten: der Antike und der Gegenwart. Erst am Schluss wird klar, wie die beiden parallel laufenden Erzählstränge zusammenpassen. War es schwierig, beim Schreiben den Überblick zu behalten?

 

Mark Lanvall
Das hat erstaunlicherweise sehr gut geklappt. Ich habe zuerst den Teil geschrieben, der in der Antike spielt, und dann den anderen. Da ich außerdem von Anfang an ziemlich genau wusste, wohin die Reise gehen sollte, hab ich mich nicht wirklich verzettelt. Natürlich sind mir viele Ideen erst beim Schreiben gekommen und ich musste die Kapitel hier und da anpassen. Aber das gehört, denke ich, einfach dazu. Bei "Lichtsturm II - Die andere Welt" und bei "Lichtsturm III - Kellens Schwert" war es etwas einfacher, weil die Romane fast ausschließlich in der Gegenwart spielen. Es gibt aber auch ein paar Rückblenden in die Vergangenheit: Die Albenkriegerin Larinil erinnert sich an ihre Liebe zu dem Keltenhäuptling Kellen. Und im dritten Teil an ihren Kampf gegen die Pandrai, wilde, fliegende Kreaturen. Ein paar Fantasie-Gestalten gibt es nämlich dann doch.

     

Wie viele Teile wird es geben?
Vier. Danach ist mit der Lichtsturm-Reihe definitiv Schluss. Obwohl. Den einen oder anderen Ableger könnte ich mir schon vorstellen. Mal sehen.
Als seriöser Journalist solltest Du Dich idealerweise an die Wahrheit halten, als Fantasy-Autor lügst Du, dass sich die Balken biegen. Wie passt das zusammen?

      

Gar nicht. Aber das macht ja nichts, solange ich es schaffe, beides auseinanderzuhalten. Das Fantasieren ist für mich eine Art Ausgleichssport. Und zwar ein sehr schöner.
     
Ist Mark Lanvall Dein richtiger Name?

      

Ach was. Er ist ein Pseudonym, eine Marke, die ganz gut ins Genre passt, finde ich. Es ist nicht so, dass ich mich dahinter verstecke. Aber Mark Lanvall hilft mir, einen klar abgesteckten Bereich zu schaffen, in dem es nur, aber auch nur um meine Fantasy-Geschichten geht. Das hat zum Beispiel den Vorteil, dass man auf meiner Seite bei Facebook von Urlaubs-Fotos und Witz-Videos verschont bleibt. Die Facebook-Freunde meines echten Ichs haben dieses Glück nicht. Außerdem: Sollte mein Autoren-Alter Ego doch eines Tages berühmt werden wie Hölle, dann kann ich mich bei uns in der Straße immer noch frei bewegen, ohne von Fans bestürmt zu werden (lacht).  

     

Wie weit bist Du denn schon mit Deiner Karriere?

      

Noch ziemlich am Anfang. Schreiben ist zwar nichts wirklich Neues für mich, aber einen Roman hatte ich vor "Lichtsturm - Die weiße Festung"  noch nicht veröffentlich - schon gar nicht als Ebook. Das ist ein spannendes Feld. Die "Lichtstürme" haben aber immerhin schon mehr als tausend treue Leser gefunden und einige tolle Kritiken bekommen. Im März 2016 hat es der erste Teil außerdem auf die Shortlist (Top 5) des "Indie Autor Preises" geschafft, der unter anderem von der Leipziger Buchmesse und neobooks vergeben wird. Das hat mich schon ziemlich stolz gemacht.
      
Was ist für Dich Erfolg? Ruhm und Reichtum?

      

Na, das wäre doch was. Aber ernsthaft: Ich wäre ganz schön vermessen, wenn ich glauben würde, dass "Lichtsturm" über Nacht die Hitlisten stürmt und ich mich dann in der Karibik zur Ruhe setzen kann. Dazu gibt es zu viele gute Autoren, die auf den Markt drängen. Und reich werden davon die wenigsten. Macht aber nichts. Erfolg ist, wenn ich Leser finde, die mit "Lichtsturm" ein paar spannende Stunden haben und mir auch nach der letzten Seite noch gewogen sind. Das habe ich, glaube ich, bereits geschafft. Alles andere fällt in den Bereich der Träumereien.    

     

Eine wichtige Frage hab ich noch: Warum führst Du dieses Interview eigentlich mit dir selbst?

     

Weil ich nur so sicher gehen kann, dass die richtigen Fragen gestellt werden (lacht). Nein, Quatsch. Es schien mir einfach ein passendes Gefäß zu sein, um ein bisschen was über mich zu erzählen. Aber es gibt ja auch schon ein paar "unabhängige" Interviews mit mir. Außerdem mache ich allen, die das hier lesen, einen Vorschlag: Falls es tatsächlich noch Fragen an mich gibt: Immer her damit! Ich antworte gerne.